Schamotte: Eigenschaften, Vorteile und die besten Brotbacksteine
Schamotte ist ein feuerfester, keramischer Werkstoff aus gebranntem Ton, der je nach Zusammensetzung Temperaturen bis zu 1.500 °C standhält. Wegen dieser enormen Hitzebeständigkeit und der Fähigkeit, Wärme lange zu speichern und gleichmäßig wieder abzugeben, ist Schamotte aus dem Ofenbau – vom Kaminofen bis zum Pizzaofen – kaum wegzudenken. Aus denselben Gründen zählen Platten aus lebensmittelechter Schamotte heute auch zu den beliebtesten Materialien für Brotback- und Pizzasteine.

Beim Kauf eines Brotbacksteins gibt es dabei nicht wahnsinnig viel zu beachten: Grundsätzlich muss nur zwischen verschiedenen Materialien und der Stärke des Brotbacksteins eine Wahl getroffen werden.
Zu den beliebtesten Brotbacksteinen gehören die Produkte aus lebensmittelechter Schamotte (seltener auch als Schamott bezeichnet).
Was ist Schamotte? Zusammensetzung und Eigenschaften
Schamotte entsteht, wenn feuerfester Ton bei sehr hohen Temperaturen gebrannt und anschließend gemahlen wird. Das Ergebnis ist ein poröser, extrem hitzebeständiger Werkstoff, der sich hervorragend für alles eignet, was dauerhaft großer Hitze standhalten muss – von Kaminauskleidungen über Öfen bis hin zu Back- und Pizzasteinen.
Schamotte leitet Wärme dabei eher langsam, speichert sie aber sehr lange. Genau diese Kombination aus geringer Wärmeleitfähigkeit und hoher Wärmespeicherkapazität sorgt beim Backen für eine gleichmäßige Temperatur.
Wie hitzebeständig eine Schamotteplatte ist, hängt vor allem vom Aluminiumoxid-Anteil im Ausgangsmaterial ab:
- Hochwertige Schamotte hat einen Aluminiumoxid-Anteil von mehr als einem Drittel und ist entsprechend hitzebeständiger.
- Bei sogenannter „saurer Schamotte” liegt der Aluminiumoxid-Anteil darunter. Diese Steine lassen sich günstiger herstellen, sind dafür aber weniger hitzebeständig und für den dauerhaften Einsatz im heißen Backofen weniger gut geeignet.
Für Brotback- und Pizzasteine lohnt sich daher der Griff zu einer dickeren Platte aus hochwertigerem Material – auch wenn saure Schamotte für preisbewusste Käufer durchaus eine Alternative sein kann.
Die besten Brotbacksteine aus Schamotte:
- Pimotti Brotbackstein (2 - 5 cm)
- PUR Brotbackstein (2 cm dick)
- Rommelsbacher Brotbackstein (1,4 cm dick)

Brotbacksteine sind in der Regel nicht ganz so massiv wie ihre Pendants, die in der Brennkammer eines Ofens zum Einsatz kommen.
Dennoch gibt es auch hier Steine, die 3 oder 5 cm dick sind und dadurch sehr lange Hitze speichern können.
Dünnere Modelle kühlen vergleichsweise schnell wieder ab und sind auch gegenüber Temperaturschwankungen deutlich anfälliger.
Wichtig für den Einsatz in der Praxis: Ein Stein aus Schamotte heizt sich nicht im Handumdrehen auf. Planen Sie circa eine Stunde auf voller Leistung des Ofens ein, bis der Stein einsatzbereit ist.
Vorteile von Schamotte
- nimmt Feuchtigkeit sehr gut auf, daher wird Brot und Pizza sehr knusprig
- speichert Wärme sehr gut und gibt sie gleichmäßig wieder ab
- extrem hitzebeständig (je nach Qualität bis zu 1.500 °C) und dadurch enorm langlebig
Lebensmittelechte Schamotte
Kaufen Sie unbedingt geprüfte Qualität mit der Bezeichnung Pizzastein oder Brotbackstein.
Nur diese Schamottesteine sind lebensmittelecht und für die Zubereitung von Brot, Brötchen oder Pizza geeignet.
Andere Schamotte-Produkte sind mitunter chemisch behandelt und für die Verwendung in der Industrie vorgesehen, weshalb sie nicht in Privathaushalten zur Zubereitung von Speisen genutzt werden sollten.

Wenn Sie die Schamotteplatte nicht zur Zubereitung von Brot oder Pizza nutzen möchten, können Sie natürlich bedenkenlos zu deutlich günstigeren Steinen greifen.
Diese Steine gibt es in verschiedenen Formen (Platte, U-förmig, Winkel) und diversen Abmessungen.
Im Fachhandel werden die Schamottesteine auch nach persönlichem Bedarf zugeschnitten.
Möchte man das selbst erledigen, sollte eine Flex mit einer Trennscheibe für Stein zum Einsatz kommen.
Für Bohrungen sollte man auf einen Steinbohrer ohne Schlagfunktion zurückgreifen.
Abhängig vom Material, das der Hersteller genutzt hat, kann es sein, dass die Platte etwas weicher ist. Das führt schnell zu unschönen Abplatzern und Transportschäden.
Speditionen wissen in der Regel, wie solche Produkte verpackt werden müssen. Dennoch gibt es auch viele Kunden, welche die mangelhafte Umverpackung der Steine kritisieren.
Daher empfehlen wir beim Kauf einer größeren Anzahl Schamottsteine unbedingt die Versandmodalitäten zu prüfen.
Ist Schamotte giftig oder gesundheitsschädlich?
Schamotte selbst – gebrannter, feuerfester Ton – ist als Werkstoff nicht giftig. Bedenklich kann es bei günstigen, nicht für Lebensmittel vorgesehenen Schamotteprodukten werden: Diese werden teilweise mit chemischen Zusätzen oder Bindemitteln behandelt, die für die industrielle Nutzung (z. B. im Ofen- oder Kaminbau) unbedenklich sind, aber nicht für den Kontakt mit Lebensmitteln freigegeben wurden.
Achten Sie deshalb beim Kauf eines Back- oder Pizzasteins immer auf eine ausdrückliche Kennzeichnung als „lebensmittelecht”, „Pizzastein” oder „Brotbackstein”. Nur diese Produkte sind für die Zubereitung von Brot, Brötchen oder Pizza freigegeben und gesundheitlich unbedenklich.
Schamotte oder Cordierit – was ist besser für den Pizzastein?
Neben Schamotte wird für Pizza- und Backsteine häufig auch Cordierit verwendet, ein ebenfalls sehr hitzebeständiges keramisches Material. Für den klassischen Einsatz im Haushaltsbackofen – bei dem der Stein ohnehin langsam vorgeheizt wird – ist Schamotte in aller Regel die richtige und günstigere Wahl.
Einen ausführlichen Vergleich beider Materialien findest du in unseren Häufigen Fragen zu Brotbacksteinen.
Kann man auch Schamotte aus dem Ofenbau verwenden?
Schamotte ist nicht nur als Brotbackstein gefragt, sondern seit Langem ein Standardmaterial im Ofen- und Kaminbau: Sie findet sich in Kaminöfen, Kachelöfen, Grillkaminen und Pizzaöfen ebenso wie in klassischen Speicheröfen.
Zu den beliebtesten Platten aus Schamotte gehörte in den letzten Jahren der massive Stein des Unternehmens Kaminbau Schulhauser, der einige Kilo auf die Waage bringt.
Sehr günstige Schamotteplatten aus dem Ofenbau haben allerdings, wie oben beschrieben, häufig einen geringeren Aluminiumoxid-Anteil und damit eine geringere Hitzebeständigkeit. Für den gelegentlichen Einsatz als Backstein können sie dennoch eine preisgünstige Alternative sein – wer den Stein jedoch dauerhaft und häufig nutzt, sollte zu dickeren Steinen aus hochwertigerem Material greifen.
Häufige Fragen zu Schamotte
Wie viel wiegt ein Schamottstein?Das Gewicht hängt stark von Größe und Dicke ab. Ein typischer Brotbackstein mit 2–3 cm Dicke und rund 30 × 40 cm Fläche wiegt üblicherweise zwischen 3 und 6 kg. Massivere Schamotteplatten aus dem Ofenbau können deutlich schwerer sein.
Kann man Schamottsteine selbst zuschneiden oder bohren?Ja. Zum Zuschneiden eignet sich eine Flex mit einer Trennscheibe für Stein, für Bohrungen ein Steinbohrer ohne Schlagfunktion. Da das Material je nach Hersteller unterschiedlich hart ist, kann es dabei leicht zu Abplatzern kommen – arbeiten Sie deshalb vorsichtig und mit wenig Druck.
Wo kann man Schamottsteine kaufen?Schamottsteine gibt es sowohl im Baumarkt als auch online. Für die Verwendung als Back- oder Pizzastein sollten Sie jedoch gezielt nach ausdrücklich als lebensmittelecht gekennzeichneten Produkten suchen – diese Kennzeichnung ist nicht bei allen Baumarkt-Schamotteplatten gegeben, die primär für den Ofen- und Kaminbau gedacht sind.